Eine der bedeutendsten textilen Kostbarkeiten Deutschlands wird restauriert: Die Croy-Tapisserie der Universität Greifswald, ein um 1554 von Peter Heymans in Stettin gefertigtes Monumentalwerk von rund 31 Quadratmetern, wird derzeit im Pommerschen Landesmuseum umfassend untersucht und gereinigt. Den Startschuss gaben die Verantwortlichen am 27. Juni 2026.
Das vier Meter hohe und sieben Meter breite Werk zählt seit 2014 zum nationalen Kulturgut der Bundesrepublik Deutschland. Es zeigt die durch Heirat verbundenen Häuser der kurfürstlichen Sachsen und der Pommerschen Herzöge sowie drei Reformatoren – das Bildkonzept geht auf die Cranach-Werkstatt zurück, die Portraitvorlagen stammen von Lucas Cranach d. Ä. und Albrecht Dürer.
Die Tapisserie wird aus ihrer Vitrine genommen und in einer öffentlichen Schauwerkstatt restauriert – Besucher können den Arbeiten dabei live zusehen. Die Kosten von knapp 1,3 Millionen Euro tragen die EU und die Sparkasse Vorpommern. In zwei Jahren soll das Werk rechtzeitig zum 900. Jubiläum der Missionierung Pommerns durch Otto von Bamberg wieder der Öffentlichkeit präsentiert werden.