Nach der Insolvenz der österreichischen Möbelkette Kika/Leiner ermittelt nun die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gegen einen früheren Geschäftsführer des Unternehmens wegen Betrugsverdachts. Der Beschuldigte wurde laut übereinstimmenden Berichten österreichischer Medien, darunter ORF und Der Standard, am 28. August festgenommen und befindet sich seit dem 30. August in Untersuchungshaft; das Gericht sah Flucht-, Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr. Er bestreitet die Vorwürfe.
Im Kern geht es um eine im September 2024 beworbene "Unwetter-Soforthilfe-Aktion" mit 20 Prozent Rabatt auf Möbelkäufe, die die Notlage von Hochwasseropfern ausgenutzt haben soll. Obwohl das Unternehmen den Ermittlungen zufolge bereits ab Ende Januar 2024 zahlungsunfähig war, sollen weiterhin Anzahlungen und Wertgutscheine verkauft worden sein, ohne dass eine Lieferung noch möglich gewesen wäre. Mindestens 4.700 Kunden sollen betroffen sein. Der mutmaßliche Gesamtschaden beziffert sich laut ORF auf rund 16,1 Millionen Euro, davon rund 15 Millionen Euro aus dem Anzahlungsbetrug sowie weitere 1,1 Millionen Euro aus mutmaßlich gezielt verschobenen Vermögenswerten kurz vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens.
Kika/Leiner hatte im November 2024 zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate Insolvenz angemeldet und wurde Ende 2024 abgewickelt.